Jobst Mahrenholz
Autor

 Den hübschen Namen Jasper habe ich meiner Mutter Alice zu verdanken! Ihn, eine stattliche Anzahl orangeroter Locken, ihre puderige Blässe sowie den unstillbaren Drang, bei jeder sich bietenden Gelegenheit, Liedgut vor mir her zu trällern. Nicht dass ich es bemerken würde.

Kaffeebraune Augen, den Nachnamen Acri, einen leptosomen Körperbau, vor allem jedoch eine Nasengeometrie, mit der man Bierflaschen öffnen könnte, ist das, was mein Vater Betto beizusteuern hatte.

Einen messerscharfen Verstand darf ich mir selbst zuschreiben.

Nun klingt das alles vielleicht ganz amüsant, summiert man jedoch die einzelnen Aspekte meines Äußeren zu einem Ganzen, so ist es wenig witzig, 'ich' zu sein, denn: Ich, Jasper Acri, bin Italiener!

Wer schon mal einen Engländer am Strand von Rimini gesehen hat, der erahnt mein Dilemma. Ich erröte binnen weniger Momente. Stündlich aufgefrischte Sunblocker, ein feiner Schwung an Hüten sowie ein stets bedeckter Körper sind für mein Überleben unerlässlich.

Ein zweijähriger Feldversuch, mir die Lebensart der Briten auf ihrem England anzueignen, scheiterte kläglich. Ich fror 730 Tage lang – unentwegt. Zwar lernte ich die Lehr- und Lustbarkeiten des Internatslebens zu schätzen, doch damit hatte es sich dann auch.

Ansonsten bedeuteten die Kanalinseln schlichtweg Internierung für mich. Pasta contra Kidney-Pie sagt alles, denk ich.

Das Problem löste sich jedoch auf ganz natürliche Art: Ich wurde einfach krank. So richtig!

Meine extravagante Optik steht übrigens mit dem im Einklang, was ich als Charakter zu bieten habe.

Ich bin eigenwillig!

Vielerorts heißt es, ich sei arrogant, ein Zyniker, der an einem eklatanten Mangel emotionaler Kompetenz leide. So ist es aber nicht!

Meine Mutter belächelt dieserlei – versteht sie als Britin doch durchaus, was mich reitet.

Ich selbst würde mich als direkt, analytisch und rasch gelangweilt bezeichnen. Nicht gerade italienische Attribute, zugegeben, römische sind es allemal ...

 

Vier Erben

»Die Frage, wer Sie sind, stellt sich ja wohl nicht!«

Ich löste mich aus der innigen Betrachtung einer Hibiskusblüte, um erstaunt dem langweiligsten Gesicht zu begegnen, das mir bis dato untergekommen war. Blassgraue Augen musterten mich aus einem faden Gesicht, das von etwas Spinnweb-Haar umrahmt wurde.

»Jasper Acri!«, half ich trotzdem. »Die Schwester, nehme ich an?«

Ein Nicken. »Carla Geymonat … Wir sollten hineingehen, der Oberst benötigt in regelmäßigen Abständen seine Spritze!«

'Das Gurkentöpfchen steht im Keller' wäre ähnlich hilfreich für mich gewesen, wusste ich bis dato doch weder von einem Oberst noch von dessen Benötigungen. Ich folgte jedoch widerspruchslos, ja, sogar hoch neugierig. Oberste konnten so was bei mir auslösen, bisweilen.

Der Garten war außergewöhnlich. Zypressen säumten den Weg zum Gebäude, Palmen unterschiedlichster Art bildeten Schatteninseln, unter denen Korbmöbel zum lässigen Verweilen luden, Blüten und Gräser lockerten den Anblick auf ihre Weise.

»Der Advokat hat sich für Punkt drei angekündigt ...«, erfuhr ich, »... wollen wir hoffen, er ist pünktlich!«

»Wollen wir!«, hoffte ich mal mit, was prompt einen Blick zur Folge hatte, einen strengen.

»Ich habe Sie mir älter vorgestellt!«, krittelte sie.

»... italienischer.«

»Meiner Verwandtschaft geht es da ganz ähnlich, vom Alter mal abgesehen!«

»Agostino war ein seltsamer Mensch!«

Dieses Mal wusste ich ganz genau, worauf ihr Kopfschütteln abzielte.

»Na, italienisch genug war er ja wohl!«

»Wenn Sie es sagen ...« Erneut ihr Blick.

Das Gebäude, dessen Stufen wir während des Palavers erklommen, ist mit 'Palazzo' am besten umschrieben. Klassisches Ocker, ein Rechteck-Bau, romanisch, weitgehend schnörkellos, klar gegliedert.

In seinem Inneren empfing uns frische Kühle und ein Halbdunkel, das solchen Eingangssituationen gern zu eigen ist – das war das eine. Ein zusammengesunkenes Etwas, das in der hinteren Ecke des Raumes auf dies und jenes zu warten schien – das war das andere.

»ON-KEL ... DAS HIER IST JASPER ACRI! Du WEIßT schon … Agostinos GÜNSTLING!«

Ob dieser Haufen alter Mann überhaupt in der Lage war, etwas zu 'wissen', mochte ich nicht beurteilen. Er wurde durch allerlei bunte Riemen in einem Rollstuhl fixiert, was ihn ein wenig an einen studentischen Burschenschaftler erinnern ließ. Fehlten noch das alberne Hütchen und ein Glas Bier. Scheinbar betrachtete 'On-kel' den Deckenanstrich – oder auch nicht, was stimmig zu dem Spuckefaden passte, der sich gemächlich zu einer Ansammlung seinesgleichen auf einem darunter befindlichen Hemdkragen gesellte.

»JASPER Acri, Oberst!«, salutierte ich brav. »Günstling und GESPIELE Agostinos!«

Wenn schon, denn schon, dacht´ ich so bei mir, schenkte der Grauen ein Lächeln und stand 'bequem'.  

Ihr langer Blick war das einzige, was sie dem entgegnen wollte.

 

 

 

»Wir sind hier heute zusammengekommen ...«, leitete die pfeffrige Stimme des Advokats seine kleine Amtshandlung ein.

… um diesen trägen tropfenden Sack mit dieser trüben tristen Schachtel ...

»... um über den Nachlass Agostino Giacomo Geymonats in seinem Sinne zu verfügen.«

So!

Ernesto Bernadotte, unser Vorleser, hatte es nicht für nötig befunden, sich für seine zehnminütige Verspätung zu entschuldigen. Das störte auch wirklich wenig, drückte in Graukittels Kosmos allerdings den 'Böser-Blick-Knopf'.

Zudem lief Bernadotte Gefahr, zu jung geraten zu sein. Zumindest nach Carla Geymonats Justiziar-Vorstellungen. Ich steckte ihn in meine Mittdreißiger-Schublade, was mir gefiel, da ich die mochte. Dichtes, akkurat gescheiteltes Haar, einen tiefschwarzen Aktenkoffer, doch vor allem seine coole stählerne Halbbrille kostümierten ihn zu diesem Anlass einfach perfekt. Er entlockte mir ein Lächeln.

»Ich, Agostino Geymonat, im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte, vermache hiermit ...«, verlas Bernadotte, feierlich fest im Duktus, »... mein Hab und Gut wie folgt: Meiner Schwester Carla werden, neben einer Leibrente von vierzigtausend Euro im Jahr, die Bibliothek, der grüne sowie der blaue Salon, als auch die Stallungen von Puntoni zugesprochen. Über diese, eben genannten Räumlichkeiten, kann sie frei und nach Gutdünken verfügen ...«

Viel war das nicht!

Doch Carla Geymonat entglitt lediglich ein »Whh...«, und damit hatte es sich! Wie jemand solch mageres Entsetzen zur Schau tragen konnte, war schon eigen. Bernadotte bemerkte es nicht einmal.

»Meinem hochgeschätzten Onkel Ernesto – oh – noch ein Ernesto!«

Das erfreute Lächeln des Advokat flog zu Spuckefaden um dort abzuprallen wie eine Fliege an Fensterglas. »Äh, gut – wo war ich stehenge... Ja, richtig! Meinem hochgeschätzten Onkel Ernesto vermache ich neben einer Leibrente in Höhe der notwendig zu leistenden, medizinischen Versorgung, das Billard- als auch das Kaminzimmer, da mir ebendiese als am geeignetsten erscheinen, barrierefrei den Alltag zu bewältigen ...«

Reaktionen Seitens des Militärs blieben erwartungsgemäß aus.

»Kommen wir zum Dritten der hier Anwesenden, zu Signore Acri ...«. Des Advokats Blick tauchte kurz, doch holla, in den meinigen, bevor er fortfuhr.

»Meinem ... geliebten Jasper vermache ich, neben einer Leibrente von fünfunddreißigtausend Euro im Jahr, meine persönlichen Gemächer Puntonis, die den Salon, das Schlafgemach nebst Ankleide, als auch das Rauchzimmer in der ersten Etage umfassen.

Jasper kann über ebendiese Räumlichkeiten frei und nach Gutdü...«

»AUSGESCHLOSSEN!«

Dies war nun doch zu viel für die graue Carla.

»Das kann nicht sein! Das kann er nicht VERFÜGT haben!«

Auch ich war überrascht, ob so viel Zuwendung.

»Er hat!«, versicherte Bernadotte frei von Zweifel, »... und glauben Sie mir, ich bin noch nicht mal am Ende, denn, zu guter Letzt ...«, so fuhr er fort, »... vermache ich meinem liebgewonnenen Dachbodenfreund Vico ...«

»DACHBODENFREUND VICO?«

»So steht es hier! ... Vermache ich meinem liebgewonnenen Dachbodenfreund Vico ebendiesen, nebst einer Leibrente von vierundzwanzigtausend Euro ...«

»Wer soll dieser Dachbodenfreund Vico sein? Ich höre heute zum allerersten Mal von ihm! Kennen Sie diesen Vico ...«

Sie sah mich ratlos. Ich wies zu meiner Linken, »Vielleicht weiß ja der Oberst ...«

Ein langer, langer Blick traf mich.

»Lesen sie weiter!«, forderte sie trocken. Das ließ sich Bernadotte nicht zweimal sagen. »Die Bedingungen!«

»Die Bedingungen??«

»An die Erbschaft sind einige Bedingungen geknüpft! Möchten sie nun, dass ich fortfahre? Oder brauchen sie eine Pause?«

Der fürsorgliche Gedanke wurde mit einer knappen Handbewegung Carlas ausgeräumt.

»Die Bedingungen lauten also wie folgt: Keine der vier Parteien, womit Sie Signorina, SIE OBERST, Sie Signore Acri und besagte Dachbodenbekanntschaft gemeint sind – keine dieser vier Parteien ist befugt, den Ihnen vermachten Besitz zu veräußern!« Ein kurzes Räuspern Seitens Bernadotte. »Sollte es durch eine der Parteien zu einer Ablehnung dieser Nachlassregelung kommen, so fällt der dadurch frei werdende Teil automatisch an die verbliebenen Parteien. Auch eine Auszahlung der Leibrente wäre damit hinfällig ...«

Carlas Miene schien aus Granit gemeißelt. Ich hingegen gedachte mit einiger Wärme Agostino. Dieser alte, geile Mist-Bock …

 

 

 

Ich hatte Agostino Geymonat als Glühwürmchen auf einem Winzerkongress in Asti kennengelernt. Ich – das Glühwürmchen, er – der Winzer!

Der Kellereiverbund 'Strada del Vino' lud zu einer seiner zahlreichen Zusammenkünfte, und um sich nicht lumpen zu lassen, hatte man neben kulinarischen Höhepunkten auch an unterhaltsamen nicht gespart. Einer dieser war nun ich, das fliegende Glühwürmchen.

Mit sechzehn war es so, dass sich die Frage nach meinem Berufswunsch nicht mehr stellen sollte. Der Fall war glasklar: Ich würde Artist!

Mein Vater schlug die Hände über dem Kopf zusammen, meine Mutter lächelte fein und nickte. Also besuchte ich alsbald neben der Absolvierung meines Schulpensums die Scuola di Acrobatica, was mich neben eineinhalb Stunden Busfahrt aus Rom heraus mein gesamtes Taschengeld kosten sollte, so die Auflage!

Trapezfliegen war es, was ich wollte!

Jonglage? Uninteressant! Die Vorstellung zu fliegen, und sei es auch nur für einen Moment, die hatte mich gepackt!

Schon nach anderthalb Jahren eisernen Trainings absolvierte ich öffentliche Auftritte, flog mit wechselhaften Partnern, die unsereins Fänger zu nennen pflegt, und stellte rasch fest: Es ist ja ganz nett, seine Zeit auf diese Weise zu verbringen, aber eben doch nicht das gelbe vom Ei, so auf Dauer.

Die Glühwürmchennummer allerdings, die bewahrte ich mir, denn damit ließ sich fabelhaft Geld verdienen.

Der Trick war so simpel wie genial. Wir – das waren Claudio aus Ostia und ich – wir schlüpften in unsere unsagbar goldschimmrig glänzenden Artistentrikots, um uns dann eine Fiberglaskonstruktion um unsere Hintern zu schnallen, in der sich nebst Batterie ein Leuchtmittel befand, das besagten Glühwürmchen-Effekt ermöglichte.

Die Schwierigkeit hatte darin bestanden, eine Vorrichtung zu entwickeln, die weder beim Fliegen behindert, geschweige denn in irgendeiner Form albern aussieht. Wir waren eitle Jungs, muss man wissen! Ich benötigte etwa zweieinhalb Wochen, um dieses Kunststück zu erschaffen – und mit dem Eigentlichen zu verbinden.

Auf Abendveranstaltungen waren wir der Hammer!

Das die Kostüme ihre Wirkung nicht verfehlten, ja, wir sogar richtig sexy darin aussahen, bewies mir letztlich unser Auftritt bei 'Strada del Vino'.

Agostino sah mich – und er wollte mich! Ich wägte ab – und willigte ein.

Gerade mal zwei Stunden später brachte er, der Weinkenner, mein Hinterteil in einer zugigen Dachkammer wirklich zum Glühen, und ich, der 'Wurm', sein Gefühlsleben dermaßen durcheinander, dass Folgen nicht ausbleiben sollten.

 

 

 

»Ich möchte mir gerne meine Zimmer ansehen!«

Carla formierte lichtgrauen Widerstand.

»Sie besitzen die Impertinenz, hier Forderungen zu stellen …«

»Ich besitze vor allem drei Zimmer in diesem Haus, nebst Ankleide! Und die – da bitte ich drum – würde ich jetzt gerne begutachten. Fangen wir doch mit dem Schlafzimmer an ...«

»Als ob Sie sich dort nicht bestens auskennen würden ...«

»Muss ich verneinen!« Ein gleichmütiges Lächeln meinerseits. »Agostino bevorzugte eine Suite im Imperial! Er fand das irgendwie … ja … aufregender ...«

»Schmutziger!«

»Unbedingt!«, pflichtete ich bei.

»Sie sind doch nur ein käuflicher, billiger …« Sie wusste einfach nicht weiter.

»Käuflich ja! Billig, nein! Aber mit dem Unaussprechlichen irren Sie! Das bin ich nicht!« Meine Stimme wurde sanfter, weicher, denn ich merkte, dass diese Frau begann, mir leid zu tun. »Agostino war wirklich der Einzige, der mich bezahlen durfte!«, klärte ich auf.

Carla Geymonat sah mich an, als hätte ich ihr gerade mitgeteilt, dass die Menschheit Eier legt.

 

 

 

Vierhundert auf die Hand! So der Deal! Die Idee kam nicht von mir. Agostino befand die Summe als angemessen.

Vierhundert!

Achtzehn war ich zu diesem Zeitpunkt, und Geld spielte keine unwesentliche Rolle in meinem Dasein. Tut es bis heute nicht!

Wir trafen uns einmal die Woche, Donnerstags! Das war Gesetz, ein unumstößliches. Tausendsechshundert im Monat. Dafür hatte ich absolut willig zu sein, meinen Körper als tabuloses Experimentierfeld zur Verfügung zu stellen und mich auch Extravaganzen ohne wenn und aber hinzugeben. Kein leichter Job, kann ich versichern. Ich musste eine Menge schlucken, und das meine ich durchaus nicht sinnbildlich. Agostino hatte Appetit auf mich, und diesen galt es zu stillen. Mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln.

Mittlerweile bin ich übrigens dreiundzwanzig!

 

 

 

Das Schlafzimmer überraschte mich! Elegante Möblierung, federleicht, eine zart lindgrüne Wandbespannung aus reiner Seide, blaugründige Kelims auf sandfarbenem Steinfußboden. Das hatte ich mir anders vorgestellt – opulenter, schwerer!

Es gefiel mir. Es gefiel mir tatsächlich. Agostino, du alter Ästhet!

Mit leichtem Schritt durchmaß ich den Raum, ließ mich auf's Bett plumpsen, wippte auf und ab und stellte mit Vergnügen fest, dass die Matratze genau meiner Vorstellung von Elastizität und Festigkeit entsprach.

»Perfekt!«

»Na, damit wäre das wichtigste ja wohl geklärt?!«, giftete es vom Türrahmen her.

Ihre Einfältigkeit begann mich zu nerven.

»Kommen Sie zu mir!«, forderte ich sie auf, nicht ohne ihr ein Lächeln zu schenken. Es war an der Zeit, einiges aus der Welt zu schaffen, fand ich. »Na los, kommen Sie schon! Ich beiße nicht.«

Sie schien anders darüber zu denken, doch immerhin – sie tat einen verunsicherten Schritt in den Raum.

»Ihr Oberst da unten ...«, begann ich eine kleine Rede. »In wie vielen Kriegen hat der mitgemischt, frag ich mich? Hat Mussolini ihm die Orden in Persona angeheftet? Orden gab's doch sicher, wenn man ganz Oberst ist, nicht?« Grauschleier musterte mich irritiert, konnte meiner Themenwahl offensichtlich nicht recht folgen. »Wie viele hat Onkelchen denn so auf dem Gewissen, frag ich mich? War ja Krieg damals, da gehörte so was schließlich zum Tagwerk. War er Faschist? Zumindest zeitweise sollte es ja so gewesen sein, nicht? Nun ja ...«, schwenkte ich um, »... Shit happens! Nehmen wir Agostino! Wollte nur seinen Spaß, der gute alte Agostino. Und dafür hat er was springen lassen – mich nämlich! Heuert aber auch Erntehelfer aus Krisengebieten an, die ihm seinen Barolo von den Hängen pulen.

Solche Arbeitskräfte sind billig zu haben, wissen sie? Die haben lange nicht so gut verdient wie ich, schon klar! Haben aber Familien zu nähren. Nur das es dafür nie, aber auch wirklich nie reicht. Das wusste Agostino! Geprahlt hat er damit, wie günstig er seine Leute schießt, über Schlepper, deren Herzen nicht mal aus Stein sind – die haben keine! Da sitzen Tresore drin, stattdessen! Darüber hat er sich köstlich amüsiert, verstehen Sie?«

Genau damit hatte sie begonnen, erkannte ich.

»Und nun zu mir ...«. Ich sah aus dem Fenster, um mit einem Lächeln festzustellen, dass der Blick genau in den Teil des Gartens fiel, der mir eingangs so gut gefallen hatte. »Beurteilen Sie mich! Und wenn Sie meinen, dass Sie das müssen, dann verurteilen Sie mich. Aber lassen Sie uns mit den Spielchen aufhören. Es beginnt mich zu langweilen!«

Sie sagte nichts, sah nur betreten zu Boden, doch irgendwann wandte sie sich um, verließ ohne ein Wort mein Zimmer und schloss die Türe hinter sich. Irgendwo schrie ein Pfau. Auch das noch ...


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